Drei Schlangen Schatten Gift und Kraft
In Finsternis Dein Leben zu erlangen
ein Leben, das sie niemals hatten
unglücklich, wen ihr Tod nun trifft
der sich aus Deiner Furcht erschafft
Aus Deinem Zögern, Deinem Bangen
sind sie es, die Dich ertappen
Unsicherheit, gezähntes Riff
macht, daß Dein Schiff die Segel rafft
Macht, daß Dein Mut, daß Dein Verlangen
die Lagerräume nun wie Ratten
lassen, niemand, der Dir hilft
Dein kleingeschrumpfter Geist in Haft
Verstand, er ist schon längst gegangen
wie Deine Lider nun ermatten
Stärke wie sonnenhartes Schilf
vom Wind zu trocknem Stroh gemacht
Sieh nur jetzt die Augenschlangen
aus heißem Feuer, kaltem Schatten
Dein Welken unter grausem Gift
ja, sie verläßt Dich, Deine Kraft
Du warst einmal, Du bist vergangen
welch Glanz nur Deine Augen hatten
ein Leuchten aus dem Fiebergriff
jetzt ist Deine Hand erschlafft
Fahl wurden Dir einst glücklich' Wangen
erinnerst Du Dich Deiner Taten?
Hinab fährst Du, im Seelenschiff
von Schattenflüsterern begafft
Weinende Köpfe dort auf Stangen
windende Leiber, halb gebraten
Hölle ist hier - kein Gesicht
wo man Dich hinunterschafft
In einen Kerker voller Schlangen
mußt nun ewig darin waten
bis Dein letztes Gut zerbricht
Erinnerung an Lebenssaft
Zerstäubt und dann bist Du gefangen
auf ewig auch ein klammer Schatten
nie wirst Du's wiederseh'n, das Licht
so wird Dein Zaudern nun bestraft
wie Deine Hoffnung sich verkriecht
umschlungen von Millionen Schlangen