Gedichte, Zitate & Werke von Peter Hille 1854 - 1904

* der Autor Peter Hille geb. am 11.09.1854 in Erwitzen/Kreis Höxter, Besuch der Gymnasien in Warburg und Münster, nach schulischem Scheitern des Lehrersohnes und kurzem Aufenthalt in Höxter zieht er nach Leipzig, dort ist er Gasthörer an der Universität und Mitarbeiter einer Verlagsredaktion, 1882-1884 lebt Hille in den Niederlanden, die Gründung einer Theatergruppe misslingt, völlig verarmt kehrt er nach Deutschland zurück, 1891 lebt er bei seinem Bruder in Hamm, 1895 zieht er nach in Berlin, dort wechselt er häufig seine Bleibe, schläft öfters im Freien und gilt zeitweilig seinen Freunden als verschollen, im Haus der "Neuen Gemeinschaft" der Brüder Hart findet er schließlich einen ständigen Wohnort, 1896 publiziert Hille zahlreiche Gedichte, Prosaskizzen, Essays und vor allem Aphorismen in Zeitschriften, im Winter 1902/03 gründet Hille, der bald eine Kultfigur der Berliner Boheme wird, mit Hilfe seiner Freunde (u.a. Else Lasker-Schüler, Erich Mühsam, Richard Dehmel, Otto Julius Bierbaum) das "Cabaret zum Peter Hille", in dem er literarisch-musikalische Abende von hohem Anspruch hält, er stirbt am 7. Mai 1904 in Berlin-Großlichterfelde.

Der Sonne Geburtstag

Die Schieferdächer zottig und breit,
Noch wacht kein einzig Haus,
Zartklare Gegend und Einsamkeit,
Da jubelt ein Vöglein sich aus.

Die Sonne zu grüßen, so steigt es hinan
In reiner und reineres Blau,
Bis man es nicht mehr sehen kann,
Nun jubelt die Himmelsau.

Die Schieferdächer zottig und lang,
Schroff ragt ein Berg einher,
Die Mondsichel zart und morgenbang,
Da Wolkenfleisch, blühend und schwer.

Die Lerche hat die Sonne gesehn
Und sinkt nun wieder zu Tal,
Das hören die Morgenwinde und wehn,
Froh glühen die Wölklein zumal.

Kirschbäume stehn und richten sich aus
Und schauen stumm sich um,
Wie Kinder stehn mit Spruch und Strauß
So köstlich blöd und dumm.

Siehe, da blitzt es freudig erhellt,
Da hebt es sich und steigt,
Das liebeleuchtende Antlitz der Welt,
Und unsre Seele schweigt.

Nachtigall

Graue Melodie.
In dir singen Erde und Himmel
Und sind Frühling.

Zitate

"Mit wie wenig kann man doch manchem eine Freude machen, so man sich nur zu rechter Zeit zu opfern versteht."