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* der Autor Ludwig Tieck
geboren am 31.5.1773 in Berlin als Sohn eines Seilers. Er studiert Theologie, Philosophie und Literatur. 1799 in Jena im Kreis der Frühromantiker. 1804/05 Aufenthalt in Italien. 1817 in England, Beschäftigung mit Shakespeare. Seit 1825 Dramaturg des Hoftheaters Dresden. 1841 wird er von Friedrich Wilhelm I nach Berlin gerufen. Er stirbt am 28.4.1853 in Berlin.
Bologna
Zu dir wall' ich, alte Stadt,
Um den alten Goldschmidt,
Den theuren Freund,
Näher und näher zu kennen.
Welch kühnes Wollen
Verkünden uns hier die Bilder Francia's!
Edler Greis,
Der du so sehnsüchtig
Ein Werk des verwandten
Größern Rafaels erharrtest.
Wer darf die Kunst ausmessen
Und ihre Grenzen ziehn?
Wer kann die Ewigkeit beschränken? –
Nur wer die kleine Gegenwart
Als den Mittelpunkt alles Daseyns erkennt.
Komm! Komm!
Das Blättergeräusch,
Es lockt dich,
Unser Glanz,
Unser frisches Grün;
|Wir lieben dich,
Trag' uns dein Herz entgegen,
Was verschmähst du uns?
Alles kann nicht Wald sein,
Alles kann nicht Blume sein,
Muß auch Kinder geben.
Müde bin ich angelangt,
In diese Bergeinsamkeit,
Umstarrt von nahen und
fernen Felsen,
Vor mir die dunkle kleine Stadt,
Drüben am zackigen
Gipfel
Hängend die Burg.
Und der Vollmond
Leuchtet vom klaren
Himmel,
Und wie ich schlummre,
Tönt helles Gelächter
Und Ton von
Zittern
Und tanzendes Gaukeln
In meinen Schlaf,
Vom Vorsaal
herüber.
So weich, so warm, so hell
War noch keine Sommernacht,
Kein
Schlummer so süß,
Keine Störung des Schlafes
Je so erfreulich,
Denn wie
ich das Auge
Matt halb öffne
Stralt im Glanz das Gebirge,
Der Mond vom
reinen Himmel,
Der Scherz der Mädchen und Freunde,
Und lächelnd
schlummr' ich wieder ein.
Was ist das Leben? Kommen nur und Schwinden,
Ein Wechsel nur von Nacht und Tageshelle,
Verlust und Schmerz, Sehnsucht und Wiederfinden,
So schwebt durch Traum und Wachen hin die Welle, -
Drum lächelt hoffend in der Trennung Wehen
Durch Abschiedstränen schon das Wiedersehen.