Zitate von Karl Kraus 1874 - 1936
Karl Kraus
War einer der bedeutendsten österreichischen
Schriftsteller des beginnenden 20. Jahrhunderts, ein Publizist, Satiriker,
Lyriker, Aphoristiker und Dramatiker.
geboren 28.04.1874 in Jièín (Böhmen),
in der heutigen Tschechischen Republik
gestorben 12.06.1936 in Wien,
Österreich
Verwandlung
Stimme im Herbst, verzichtend über dem Grab
auf deine Welt, du blasse Schwester des Monds,
süße Verlobte des klagenden Windes,
schwebend unter fliehenden Sternen -
raffte der Ruf des Geists dich empor zu dir selbst?
nahm ein Wüstensturm dich in dein Leben zurück?
Siehe, so führt ein erstes Menschenpaar
wieder ein Gott auf die heilige Insel!
Heute ist Frühling. Zitternder Bote des Glücks,
kam durch den Winter der Welt der goldene Falter.
Oh knieet, segnet, hört, wie die Erde schweigt.
Sie allein weiß um Opfer und Thräne.
Zitate
"Der Aphorismus deckt sich nie mit der Wahrheit; er ist entweder eine halbe Wahrheit oder anderthalb.""Ein Aphorismus braucht nicht wahr zu sein, aber er soll die Wahrheit überflügeln. Er muss mit einem Satz über sie hinauskommen."
"Eine Notlüge ist immer verzeihlich. Wer aber ohne Zwang die Wahrheit sagt, verdient keine Nachsicht."
"Keinen Gedanken haben und ihn ausdrücken können: Das macht den Journalisten."
"Wie schön, wenn ein Mädchen seine gute Erziehung vergisst!"
"Wo die Sonne der Kultur am tiefsten steht, werfen selbst Zwerge große Schatten."
"Vervielfältigung ist insofern ein Fortschritt, als sie die Verbreitung des Einfältigen ermöglicht."
"Man glaubt gar nicht, wie schwer es oft ist, eine Tat in einen Gedanken umzusetzen!"
"Herr, vergib ihnen, denn sie wissen, was sie tun!"
"Es gibt Dinge, die sind so falsch, dass noch nicht einmal das absolute Gegenteil richtig ist."
"Das Wort 'Familienbande' hat einen Beigeschmack von Wahrheit."
"Ein Original ist heute, wer zuerst gestohlen hat."
"In zweifelhaften Fällen entscheide man sich für das Richtige."
"Bildung ist das, was die meisten empfangen, viele weitergeben und wenige haben."