Gedichte & Werke von Hermann Conradi 1862 - 1890
* der Autor Hermann Conradi geboren am 12. Juli 1862 in Jeßnitz (Anhalt) als Sohn eines Kleinunternehmers. Conradi verlebt eine unglückliche Jugend. Er ist häufig krank, seit frühester Kindheit asthmatisch, und äußerst sensibel. Durch die schlechten finanziellen Verhältnisse seiner Eltern dazu gedrängt, einen Brotberuf zu erlernen, geht Conradi im März 1880 mit dem Einjährig-Freiwilligen-Zeugnis vom Gymnasium ab, bricht seine Buchhändlerlehre in der Schäferschen Buchhandlung in Magdeburg jedoch bereits im Winter 1880 wieder ab, um ans Gymnasium zurückzukehren, das er im Frühjahr 1884 mit dem Abitur verlässt. Zum Sommersemester 1884 schreibt er sich in Berlin für das Studium der Literatur und Philosophie ein. Er besucht jedoch nur selten Vorlesungen, sondern betätigt sich weiter schriftstellerisch und stößt zum literarischen Kreis um die Brüder Hart. Finanziell geht es ihm schlecht. Er führt die Existenz eines Boh?iens. Anfang 1885 gelingt es ihm, sich bei einer größeren öffentlichkeit einen Namen zu machen, als die von Wilhem Arent herausgegebene Lyrik-Anthologie "Moderne Dichter-Charaktere" erscheint, zu der Conradi eine Vorrede mit dem Titel "Unser Credo" verfasst, die in Literaturkreisen wegen ihrer Radikalität Aufsehen erregt. Von ständigen Geldsorgen bedrängt, versucht er sich in Neunkirchen als Redakteur der Saar- und Blieszeitung, gibt die Stelle aber nach kurzer Zeit wieder auf. Conradi geht nach Leipzig. Hier erscheinen 1887 sein Lyrikband "Lieder eines Sünders" sowie sein erster Roman "Phrasen", in dem er seine Leipziger Bekannten schildert, was ihm viele, die sich darin wiedererkennen verübeln. Conradi vereinsamt. Verbittert geht er im Herbst 1887 nach München. 1889 hält er sich erneut in Leipzig auf, wo sein Roman "Adam Mensch" erscheint und sogleich die Staatsanwaltschaft wegen "unsittlicher und gotteslästerlicher" Stellen auf den Plan ruft. Conradi siedelt im August 1889 nach Würzburg um, wo er sich verstärkt seinem Dissertationsprojekt "über das Verhältnis des Symbolbegriffes zur ästhetischen Illusion" widmet und an einem neunen Roman ("Ein moderner Erlöser") arbeitet. Conradis Pläne für die Zukunft werden jedoch jäh zunichte: Am 8. März 1890 stirbt der Autor im Alter von 27 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung.