Gedichte & Werke von Hans Aßmann von Abschatz

1646 - 1699

* der Autor Hans Aßmann von Abschatz geb. am 4.2.1646 in Würbitz (Schlesien) als Sohn eines Landesbestellten des Fürstentums Liegnitz, mit 4 Jahren verliert er seinen Vater, mit 13 seine Mutter, 1664 Besuch der Universität Straßburg, um Rechte und alte und neue Sprachen zu studieren, 1666 besucht er die Universität Leiden und begibt sich dann auf eine dreijährige Studienreise durch Holland, Frankreich und Italien, mit 23 Jahren übernimmt er die Verwaltung der durch Erbschaft erweiterten Güter und wird 1679 Landesbestellter des Fürstentums Liegnitz und Ständevertreter bei den Breslauer Fürstentagen, 1695 wird er von Leopold I. in den Freiherrenstand erhoben, er stirbt am 22.4. 1699 in Liegnitz, Abschatz übersetzte aus dem Italienischen das Schäferdrama "Il pastor fido" des Giovanni Battista Guarini und die "Scherzsonette" des Alexander Adimari, viele von Abschatz' Gedichten wurden in die Gesangbücher aufgenommen. Abschatz gilt als bedeutender Vertreter der Zweiten Schlesischen Schule.

Hoffnung gleichet einem Wilde

Hoffnung gleichet einem Wilde/
Das ein ieder fangen kan/
Sie ist allen Hertzen milde/
Wer sie will/ der trifft sie an/
Aehnlicht einem Schatten-Bilde/
Folget der Begierden Bahn.
Hoffnung gleichet einem Wilde/
Das ein ieder fangen kan.

Solche Freude quillt vom Hoffen/
Die bey allen kehret ein.
Keiner/ der nach ihr geruffen/
Höret ein betrübtes Nein/
|Wer ihr Ohr und Hertz hält offen/
Kan allzeit vergnüget seyn.
Solche Freude quillt vom Hoffen/
Die bey allen kehret ein.

Bild eines Frauenzimmers

Man lösche/ weil es geht/ der Jugend heisse Flammen/

Wie bald schlägt über uns der Jahre Last zusammen.