Zitate
"Lass dir diesen Mut nicht rauben: Du musst an dich selber glauben,
wenn du etwas leisten willst."
"Prahl nicht heute: Morgen will ich dieses oder jenes tun.
Schweige doch bis morgen, sage dann: Das tat ich nun."
"O wünsche nichts vorbei und wünsche nichts zurück! Nur ruhiges
Gefühl der Gegenwart ist Glück."
"Das sind die Weisen,
die durch den Irrtum zur Wahrheit reisen.
Die bei dem Irrtum verharren,
das sind die Narren."
"Am Abend wird man klug für den vergangenen Tag, doch niemals
klug genug für den, der kommen mag."
"Nicht der Mensch hat am meisten gelebt, welcher die höchsten
Jahre zählt, sondern derjenige, welcher sein Leben am meisten
empfunden hat."
"Weißt, wo es keinen Herrn, und keinen Diener gibt? Wo eins dem
anderen dient, weil eins das andere liebt."
"Tu, was du kannst, und lass das andre dem, der es kann, zu jedem
ganzen Werke gehört ein ganzer Mann."
"Im selben Maß du willst empfangen, musst du geben: Willst du ein
ganzes Herz, so gib ein ganzes Leben."
"Wer niemals träumt, verschläft sein schönstes Leben."
"Lass deine Zunge gleich der Zunge sein der Waage, Kind, wo sie
stille steht, ist ihre beste Lage."
"Dein Auge kann die Welt trüb oder hell dir machen, wie du sie
ansiehst, wird sie weinen oder lachen."
"Schlägt dir die Hoffnung fehl,
nie fehle dir das Hoffen!
Ein Tor ist zugetan,
doch tausend sind noch offen."
"Wahres und Gutes wird sich versöhnen, wenn sich beide vermählen
im Schönen."
"Besser laut ein kurzer Zank als lang heimlich zankhaft."
"Glück hilft nur manchmal, Arbeit immer."
Geh'! du kannst ja doch nicht bleiben;
Warum willst du gleich nicht gehn?
Warum willst du länger leiden,
Ringen noch mit Todeswehn?
Geh', der Schwester nachzueilen,
Laß sie so allein nicht gehn!
Willst du nicht das Bettchen theilen,
Das ihr dort ist ausersehn?
Säumst du lang? An ihrer Seiten
Wird das Plätzchen dir entgehn;
Denn viel Knäbchen deinesgleichen
Sind's, die jetzo schlafen gehn.
Und es wird dir keines weichen,
Deinetwegen keins aufstehn,
Wenn sie ihm den Platz bereiten
Neben deinem Schwesterchen.
Helfen wird dir dann kein Streiten,
Dann wird helfen dir kein Flehn,
Daß du sagest: Rück' bescheiden!
Denn ich bin das Brüderchen.
Darum lieber geh' beizeiten,
Weil es einmal muß geschehn!
Und es wird uns Trost ertheilen,
Wenn wir auf den Kirchhof gehn,
Ja, es wird das Herz uns heilen,
Wenn bei Frühlingslüfte-Wehn,
Eingefaßt von Blumenzeilen
Wir dort eure Gräber sehn
So vereint, wie eure beiden
Bettchen in der Kammer stehn:
Auch der Tod kann euch nicht scheiden,
Ihr zwei Unzertrennlichen!
In einem Lande möcht' ich wohnen,
Wo der Natur gesetzter Zwang
Hinwandeln
läßt durch glüh'nde Zonen
Des Jahres unverrückten Gang;
Wo nach des
Winters Regengüssen
Ein langer fester Sommer kommt
Und auch die Menschen
fühlen müssen,
Daß nicht ein wirrer Wechsel frommt.
??? Und wäre das
mir nicht beschieden,
So möcht' ich wohnen an dem Pol,
Wo eines tiefen
Winters Frieden
Ich mir ließ auch gefallen wohl;
Da muß des Menschen Geist
versenken
Sich können in des Daseins Schacht
Und still sich nach den
Sternen lenken
In ewig heller Winternacht.
??? Unselig ist der Mitte
Schwanken,
Dem hier wir unterworfen sind,
Wo Stunden wechseln wie
Gedanken
Und die Gedanken wie der Wind;
Wo keine ruhige
Entfaltung
Erlaubt des Jahrlaufs wilde Hast
Und in verworrner
Welthaushaltung
Mensch und Natur hat nirgends Rast.
Die Liebe sprach: in der Geliebten Blicke
Mußt du den Himmel suchen, nicht die Erde,
Dass sich die bessre Kraft daran erquicke
Und dir das Sternbild nicht zum Irrlicht werde.
Die Liebe sprach: in der Geliebten Auge
Mußt du das Licht dir suchen, nicht das Feuer,
Dass dir's zur Lamp' in dunkler Klause tauge,
Nicht dir verzehre deines Lebens Scheuer.
Die Liebe sprach: in der Geliebten Wonne
Mußt du die Flügel suchen, nicht die Fesseln,
Dass sie dich aufwärts tragen zu der Sonne,
Nicht niederziehn zu Rosen und zu Nesseln.