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*der Autor Friedrich Freiherr von Logau
geb. im Januar 1605 oder Juni 1604 in Schlesien. Verfasser von satirischen
Sinngedichten (Dt. Sinn-Getichte Drey Tausend, 1654); herausragender
Epigrammatiker des Barock; Mitglied der 'Fruchtbringenden Gesellschaft'.
Er starb am 24. (oder 25.) Juli 1655 in Liegnitz.
Heutige Weltkunst
Anders sein und anders scheinen;
Anders reden, anders meinen;
Alles loben, alles tragen,
Allen heucheln, stets behagen,
Allem Winde Segel geben,
Bös’ und Guten dienstbar leben;
Alles Tun und alles Dichten
Bloß auf eignen Nutzen richten:
Wer sich dessen will befleißen,
Kann politisch heuer heißen.
Ein Kind vergist sich selbst; ein Knabe kennt sich
nicht;
Ein Jüngling acht sich schlecht; ein Mann hat immer
Pflicht
Ein Alter nimmt Verdruß; ein Greiß wird wieder
Kind:
Was meinstu, was doch diß für Herrligkeiten sind!
Fällt um dunkle Bäume weich der Schnee,
Lange sacht, dann aufgewirbelt,
jäh.
Hüllt den Tag in dämmerndes Gewühl,
Breitet auf die Erde Pfühl um
Pfühl.
Wandert einer, und er sieht den Flaum;
Denkt er: weiches Bette,
weiter Raum!
Wandert einer und er weiss kein Dach,
Denkt: hier fände
ich ein Wohngemach!
Ist wie zugehangen rings die Welt,
Schiebt sich
eng zusammen wie ein Zelt.
Busch und Bäume stehen unbewegt
Und von
Einsamkeit wie eingehegt.