Gedichte & Werke von August von Platen 1796 - 1835

* der Autor August von Platen (eigentl. Karl August Georg Maximilian Graf von Platen-Hallermünde)geb. am 24.10.1796 in Ansbach als Sohn des Oberforstmeister des Markgrafen von Ansbach-Bayreuth, 1806 Eintritt in das Kadettenhaus in München, 1814 meldet er sich zur Armee, 1815 Teilnahme am Frankreichfeldzug gegen Napoleon, ab 1818 Befreiung vom Armeedienst zum Studium in Würzburg u. Hof, er studiert Sprachen u. Literatur, von 1826 an hält er sich, dank der Förderung seines Verlegers Cotta, überwiegend in Italien auf, um ein rastloses Wanderleben zu führen, er stirbt am 5.12.1835 in Syrakus.

Zitate

"Bemerke, höre, schweige. Urteile wenig, frage viel."

Neapel

Schön ist immer Neapel und mild; in der Glühenden Jahrszeit
Bietest du Zuflucht uns, luftige Küste Sorrents!
 

Titellos

Mein Herz ist zerrissen, du liebst mich nicht!
Du ließest mich's wissen, du liebst mich nicht!
Wiewohl ich dir flehend und werbend erschien,
Und liebesbeflissen, du liebst mich nicht!
Du hast es gesprochen, mit Worten gesagt,
Mit allzugewissen, du liebst mich nicht!
So soll ich die Sterne, so soll ich den Mond,
Die Sonne vermissen? du liebst mich nicht!
Was blüht mir die Rose? was blüht der Jasmin?
Was blühn die Narzissen? du liebst mich nicht!

Selbstlob

Wie? mich selbst je hätt ich gelobt? Wo? Wann? Es entdeckte
    Irgend ein Mensch jemals eitle Gedanken in mir?
Nicht mich selber, ich rühmte den Genius, welcher besucht mich,
    Nicht mein sterbliches, mein flüchtiges, irdisches Nichts!
Weil ich bescheiden und still mich selbst für viel zu gering hielt,
    Staunt ich in meinem Gemüt über den göttlichen Gast.