Gedichte & Werke von Alfred Lichtenstein 1889 - 1914
* der Autor Alfred Lichtenstein * 23. August 1889 in Wilmersdorf b. Berlin; † 25. September 1914 bei Vermandovillers, Somme, Frankreich war ein deutscher expressionistischer Schriftsteller.
* der Autor Alfred Lichtenstein * 23. August 1889 in Wilmersdorf b. Berlin; † 25. September 1914 bei Vermandovillers, Somme, Frankreich war ein deutscher expressionistischer Schriftsteller.
Der Himmel ist wie eine blaue
Qualle.
Und rings sind Felder, grüne Wiesenhügel -
Friedliche Welt, du große Mausefalle,
Entkäm ich endlich dir … O hätt ich Flügel -
Man würfelt. Säuft. Man schwatzt von Zukunftsstaaten.
Ein jeder übt behaglich seine Schnauze.
Die Erde ist ein fetter Sonntagsbraten,
Hübsch eingetunkt in süße Sonnensauce.
Wär doch ein Wind … zerriß mit Eisenklauen
Die sanfte Welt. Das würde mich ergetzen.
Wär doch ein Sturm … der müßt den schönen blauen
Ewigen Himmel tausendfach zerfetzen.
Ein dicker Junge spielt mit einem
Teich.
Der Wind hat sich in einem Baum gefangen.
Der Himmel sieht verbummelt aus und bleich,
Als wäre ihm die Schminke ausgegangen.
Auf lange Krücken schiefherabgebückt
Und schwatzend kriechen auf dem Feld zwei Lahme.
Ein blonder Dichter wird vielleicht verrückt.
Ein Pferdchen stolpert über eine Dame.
An einem Fenster klebt ein fetter Mann.
Ein Jüngling will ein weiches Weib besuchen.
Ein grauer Clown zieht sich die Stiefel an.
Ein Kinderwagen schreit und Hunde fluchen.